Drawdown Recovery Rechner
Die brutale Mathematik der Verluste: Warum Aufholen exponentiell schwerer ist.
-50%
Du benötigst jetzt folgende Rendite, um
wieder auf Null zu kommen:
+100.0%
Hintergrund: Die mathematische Asymmetrie von Verlusten
Viele Börsenneulinge begehen einen folgenschweren Denkfehler: Sie glauben, dass ein Verlust von 20 % durch einen Gewinn von 20 % wieder ausgeglichen wird. Mathematisch ist das jedoch falsch. Diese Asymmetrie ist einer der Hauptgründe, warum Risikomanagement an der Börse wichtiger ist als die bloße Jagd nach Rendite.
Warum brauche ich mehr Gewinn als Verlust?
Das Problem ist die sinkende Basis. Wenn du 100 € hast und 50 % verlierst, bleiben dir 50 €. Um
von 50 € wieder auf 100 € zu kommen, musst du dein Restkapital verdoppeln – also einen Gewinn
von 100 % erzielen. Je tiefer der Fall, desto dramatischer wird das Verhältnis. Bei 90 % Verlust
benötigst du bereits 900 % Gewinn (eine Verzehnfachung), nur um wieder den Anfangswert zu
erreichen.
Wie wirkt sich das auf meine Strategie aus?
Diese Mathematik zeigt, warum "Buy and Hold" zwar gut ist, man aber extreme Klumpenrisiken
vermeiden sollte. Ein einzelner Totalverlust (100 %) kann mathematisch niemals mehr aufgeholt
werden, da die Basis auf Null sinkt. Erfahrene Investoren nutzen daher oft Diversifikation. Wenn
ein Teil des Depots fällt, bleiben die anderen Teile als stabile Basis erhalten, was die
benötigte Recovery-Rendite für das Gesamtdepot drastisch senkt.
Was ist der "Maximum Drawdown"?
Der Maximum Drawdown (MDD) ist der größte historische Verlust von einem Höchststand (Peak) bis
zum darauffolgenden Tiefstand (Trough) innerhalb eines bestimmten Zeitraums. Er ist ein
kritischer Indikator für das Risiko einer Anlage. Wer einen MDD von 50 % in der Vergangenheit
sieht, muss wissen, dass er die psychologische Stärke braucht, eine Phase durchzustehen, in der
eine Verdopplung des Kapitals nötig ist, nur um wieder "breakeven" zu sein.
Was bedeutet das für gehebelte Produkte?
Hebelprodukte (Leveraged ETFs oder Optionsscheine) sind besonders anfällig für die sogenannte
"Pfadabhängigkeit" und Volatilitäts-Drag. Wenn ein 3-fach gehebelter Index 10 % an einem Tag
verliert, verliert der ETF 30 %. Um den Verlust von 30 % aufzuholen, braucht der ETF ca. 43 %
Gewinn. Der Basiswert müsste dafür aber nur ca. 11 % steigen. Diese Schere klafft bei hoher
Volatilität immer weiter auseinander.
Tipp: Den Zinseszins im Blick behalten
Anstatt in Panik zu verkaufen, hilft oft ein Blick auf die Zeit. Wenn dein Depot 30 % verloren
hat, brauchst du ca. 43 % Recovery. Bei einer durchschnittlichen Marktrendite von 7 % p.a.
dauert es etwa 5-6 Jahre, um diesen Verlust allein durch Zeit und Zinseszins wieder aufzuholen,
ohne neues Geld einzuzahlen. Geduld ist oft das beste Anti-Panik-Tool.
