Seestar S30 & S50 Rejection-Rate Analyzer

Seestar S30 & S50 Rejection-Rate Analyzer

Gib deine Session-Daten ein – das Tool priorisiert Top-Ursachen und liefert dir die nächsten 1–2 besten Schritte statt einer endlosen Tippliste.

Eingaben

Tipp: Wenn du unsicher bist, lass „Auto“ aktiv – dann werden Frames aus Integration & Exposure geschätzt (inkl. 1s Overhead pro Frame).

Wird für die Heuristik genutzt (z.B. wie „empfindlich“ auf Wind/Setup).
EQ kann Drift reduzieren – aber Alignment-Fehler können Rejects stark erhöhen.
Faint-Targets (Galaxy/Nebel) sind empfindlicher auf Mond/Schleier.
Unter ~30° steigen Seeing/Extinktion – Rejects gehen oft deutlich hoch.
Lange Belichtungen sind die #1 „Multiplikatoren“ für Wind/Seeing/Drift.
Wird genutzt, um (optional) Gesamtframes automatisch zu berechnen.
Overhead: +1s/Frame Frames ≈ Integration / (Exposure+1)
Nur relevant, wenn „Manuell“ aktiv ist.
Du kannst entweder „Rejected Frames“ oder direkt die Rate angeben.
Bei „%“: z.B. 18 für 18%.
Streng kann bei mäßigem Seeing/Wind mehr Frames verwerfen als nötig.
Erweitert (Setup & Bedingungen)
Weicher Boden + lange Exposure = klassischer Reject-Turbo.
Vor allem im EQ-Modus kann „bad“ zu vielen Rejects durch Drift führen.
Fokusdrift wirkt wie schlechtes Seeing: Sterne werden „matschig“ → Reject.
Starker Temp-Fall erhöht Fokusdrift + Tau-Risiko.
Kann Mond/LP abmildern – aber zu lange Exposure bleibt riskant.
Optionaler Hinweis, um die Diagnose besser zu treffen.
Hinweis: Das Tool nutzt eine nachvollziehbare Heuristik – keine „Blackbox“. Wenn du debuggen willst, ändere immer nur eine Variable (z.B. Exposure) und beobachte die Rate.

Ergebnis

Ampel: grün < 10%, gelb 10–25%, rot > 25%. Die „Confidence“ verteilt sich über die Top-3 Ursachen.

Rejection-Rate

Frames (Accepted / Total)

Rejected (Anzahl)

Priorität

Top-3 Ursachen Nächste 1–2 Schritte

Nächste beste Schritte

    Was bedeuten „Rejected Frames“ beim Stacking – und wie debuggt man das systematisch?

    Beim Live-Stacking entscheidet die Software für jedes einzelne Frame, ob es „gut genug“ ist, um in den Stack zu wandern. Ein rejected frame ist also kein „kaputtes Foto“, sondern ein Frame, das die Qualitätsprüfung nicht besteht – typischerweise, weil Sterne nicht sauber registrierbar sind oder die Bildschärfe/Struktur zu stark schwankt. Die Rejection-Rate ist dadurch ein praktischer Gesundheitsindikator für deine Session: Sie sagt dir, ob Setup, Himmel oder Einstellungen gerade „stabil“ sind.

    Typische Gründe bei smarten Astro-Scopes sind erstaunlich bodenständig: Wind und Vibration (Stativ wackelt, Untergrund schwingt), Seeing und niedrige Zielhöhe (Luftunruhe + mehr Atmosphäre nahe Horizont), Schleierwolken (Helligkeit und Sternprofile verändern sich), zu lange Belichtung (jede Störung wird stärker sichtbar), Tau/Feuchte (Kontrast sinkt, Sterne blähen auf) und Mond/Light Pollution (Hintergrund wird hell, Details saufen ab). Wichtig: Oft ist es nicht „ein“ Faktor, sondern ein Multiplikator – zum Beispiel 20 s Exposure bei leichtem Wind ist häufig schlechter als 10 s Exposure bei gleichem Wind, weil sich die Bewegung pro Frame stärker auswirkt.

    Debugging funktioniert am zuverlässigsten, wenn du nur 1–2 Variablen änderst und die Rejection-Rate beobachtest. Starte mit der größten Hebelwirkung: Stabilität → Himmel → Settings → Neustart/Neu-Alignment. Konkret: Prüfe zuerst, ob das Stativ wirklich ruhig steht (kein weicher Rasen, keine lockeren Klemmen, Kabelzug vermeiden). Wenn Wind spürbar ist, senke die Belichtung deutlich (z.B. von 20 s auf 10–12 s) und kompensiere über mehr Gesamtzeit. Danach kommt der Himmel: Bei Schleier kann die Rate sprunghaft steigen, obwohl „es gar nicht so schlimm aussieht“. Dann helfen kurze Pausen, ein Neustart des Stacks oder schlicht: Session abbrechen, wenn es deutlich wird.

    S30 vs. S50 praxisnah: In der Praxis wirkt ein engerer Bildausschnitt/mehr „Zoom“ oft empfindlicher gegenüber kleinen Bewegungen und schlechtem Seeing. Das bedeutet nicht, dass ein Modell „schlechter“ ist – sondern dass du bei schwierigen Bedingungen schneller von kürzeren Belichtungen und sehr stabiler Aufstellung profitierst. Ein etwas weiterer Bildwinkel verzeiht häufiger kleine Drift/Wackler. Deshalb ist es sinnvoll, bei der S50 (und generell bei mehr Detail/mehr Vergrößerung) konservativer zu belichten, wenn Wind oder niedrige Zielhöhe im Spiel sind.

    Ein einfaches Beispiel: 20s belichten bei Wind führt oft zu länglichen Sternen oder zu Frames, die nicht sauber registrieren – die Rejection-Rate steigt, der Stack wird zäh. Wechselst du auf 10s belichten stabil (oder stabilisiert das Setup), bleibt die Registrierung sauber; du bekommst zwar mehr Frames, aber vor allem mehr brauchbare. Das Ziel ist nicht, „möglichst lange pro Frame“ zu belichten, sondern die höchste brauchbare Ausbeute pro Minute zu erreichen. Genau dafür ist die Rejection-Rate ein hervorragendes Signal.

    FAQ

    1) Welche Rejection-Rate ist „normal“?
    Als grober Richtwert: <10% ist sehr gut, 10–25% ist okay (oft leichte Bedingungen/Setup-Themen), >25% deutet meist auf einen dominanten Störfaktor hin (Wind, Schleier, zu lange Belichtung, niedrige Zielhöhe).
    2) Sind rejected Frames „verloren“?
    Beim Live-Stacking ja – sie landen nicht im Stack. Das ist aber gewollt: Weniger, dafür gute Frames ergeben oft ein saubereres Ergebnis als viele schlechte Frames, die Details verwischen.
    3) Warum steigen Rejects bei niedriger Zielhöhe so stark?
    Nahe am Horizont schaust du durch mehr Atmosphäre: mehr Luftunruhe, mehr Dunst/Extinktion, stärkere Sternverzerrung. Die Registrierung wird instabiler – besonders bei längeren Belichtungen.
    4) Alt-Az oder EQ: Was ist „robuster“?
    Alt-Az ist unkompliziert, kann aber bei längeren Belichtungen und ungünstigen Bedingungen eher Drift/Rotation zeigen. EQ kann Drift reduzieren – wenn Alignment/Setup passt. Schlechte Ausrichtung im EQ-Modus kann Rejects massiv erhöhen.
    5) Was ist der schnellste Fix bei Wind?
    Belichtung runter (oft 30–50%), Setup stabilisieren (fester Untergrund, Windschutz, Stativ niedrig), dann neu starten. Lange Exposure + Wind ist die häufigste Kombination für hohe Rejects.
    6) Wie erkenne ich Schleierwolken als Ursache?
    Typisch sind Helligkeitsschwankungen, „milchiger“ Hintergrund, Sterne verlieren Kontrast. Die Rejection-Rate kann in Wellen steigen, obwohl der Himmel optisch nur „leicht“ betroffen wirkt.
    7) Tau/Feuchte: Was tun, wenn Sterne weich werden?
    Tauschutzn/Heizung oder Dew-Removal nutzen, Front vorsichtig trocknen, danach ggf. neu fokussieren. Tau reduziert Kontrast und lässt Sterne „aufblähen“ – das triggert Quality-Rejects.
    8) Hoher Mond – lohnt es sich überhaupt?
    Ja, aber wähle smarter: hellere Targets, ggf. Filter, kürzere Belichtung und mehr Gesamtzeit. Bei Nebeln/galaxienähnlichen, kontrastarmen Objekten ist Mondlicht besonders kritisch.
    9) Warum kann „Streng“ bei der Qualitätsprüfung schaden?
    Strenge Schwellen sind super bei perfekten Bedingungen, aber bei mittelmäßigem Seeing/Wind verwerfen sie Frames, die noch „gut genug“ wären. Standard ist oft die bessere Wahl, wenn Rejects steigen.
    Transparenz: Die Diagnose ist heuristisch und auf praxisnahe Priorisierung optimiert – damit du schnell die wahrscheinlichste Stellschraube findest.
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